Die Lernstufen im Aikido

Aikido ist ein ausgefeiltes pädagogisches System. Trotz seines enormen Umfanges gibt es eine grundlegende Struktur, die eine sinnvolle Didaktik nicht nur ermöglicht, sondern geradezu einfordert. Aus diesem Grund wird im Kokoro Aikido Dojo entsprechend den unterschiedlichen Lernstufen unterrichtet.

Karl Ruben

Aikido I - statisch

Die Bewegungen werden zuerst statisch geübt. Das bedeutet, komplexe Techniken werden in ihre Einzelbewegungen aufgebrochen und langsam erarbeitet. Hierbei werden bestimmte Körperteile vom Angreifer durch Festhalten fixiert. So muss sich der Verteidiger nicht dem Tempo des Angreifers anpassen, sondern umgekehrt.

 

Traditionell spricht man dabei von Kihon Waza als den Grundtechniken. Sie ermöglichen dem Aikidoka, die Techniken kennen zu lernen und ein Vertrauen in die eigene Fähigkeit zur Verteidigung aufzubauen.

 

Aikido II - dynamisch

Anschließend werden die Grundtechniken dynamisch ausgeführt. Dafür werden nun schlagende und stoßende Angriffe in den Übungsablauf aufgenommen. Trainierende üben, die bereits gelernten Bewegungen flüssig an den bewegten Angriff und das vorgegebene Tempo anzupassen.

 

Das zugrundeliegende Prinzip heißt Awase. Dabei handelt es sich um das Konzept, mit dem Angriff zu verschmelzen und so die Kontrolle über die Bewegung des Angreifers zu erlangen.

 

Aikido III - intensiv

Beim intensiven Training werden Variationen und verschiedene Anwendungen einer Technik geübt. Die Grundtechniken sind bereits so weit verinnerlicht, dass sie ohne Weiteres abgerufen und unter veränderten Umständen genutzt werden können. Um das zu ermöglichen, ist der Geist des Aikidoka frei von ablenkenden Gedanken. Die Bewegung wird komplett an den Angreifer angepasst, ohne zu sehr auf eine vorgefasste Form zurückfallen zu müssen. Man spricht hier auch von Ki Nagare - dem Fließen des Ki.

ShoShin - der Anfängergeist des Aikidoka

Die drei Lernstufen lassen sich zwar ebenso als die drei Stufen Anfänger-Mittelstufe-Fortgeschrittene verstehen. Allerdings erfordert Aikido ein stetiges Anpassen des bereits Gelernten an den momentanen Stand des Schülers. Das bedeutet, dass die gleiche Grundtechnik für einen Anfänger nach 6 Monaten und für einen Fortgeschrittenen nach 6 Jahren eine unterschiedliche Ausführung erfordert, selbst wenn die Form die gleiche bleibt. Daher ist zwar für einen Neueinsteiger das dynamische und intensive Training noch nicht geeignet, aber für einen erfahrenen Aikidoka immer auch das statische Training wichtig.

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