Mental Monday

Drei Geisteshaltungen für ein erfolgreiches Training.

 

1) Solange ich trainiere werde ich Fortschritte machen.

 

Ein Klassiker unter den Wahlsprüchen in der Kampfkunst besagt, dass ein Schwarzgurt nur ein Weißgurt ist, der nicht aufgehört hat zu trainieren. Zu Hause auf der Couch kann man viele Videos über Aïkido gucken, aber entwickeln wirst du dich auf der Matte. Manchmal fühlt es sich an, als würde man gerade keine Fortschritte mehr machen und auf einem Plateau festhängen. Aber Forschung zum Lernen zeigt eindeutig: vor jedem Erkenntnissprung muss eine Phase der Vorbereitung liegen, in der Fähigkeiten des vorherliegenden Niveaus integriert werden. Wenn du also gerade das Gefühl hast, dass es etwas träge voran geht: vertrau dem Prozess. Solange du trainierst, wirst du Fortschritte machen.

 

2) Das Dojo ist mein (Bewegungs-) Labor.

 

Erlaube dir, eine Bewegung nicht perfekt zu beherrschen. Das Dojo ist der perfekte Ort, um sich auch mal unbeholfen zu bewegen. Nirgends liegen Steine rum, es gibt keine Unebenheiten im Boden oder Gras, was deine Kleidung dreckig macht. Das ist der Ort, wo du auch mal ungelenk nach links wegrollen kannst, ohne dass etwas Schlimmes passiert. Die Bewegungen sind zum Ausprobieren da und du wirst sie nach und nach verstehen, wenn Du lange genug mit ihnen experimentierst. Jede neue Technik ist wie eine Hypothese, die durch den Beweis der Übung mehr und mehr in deine Theorie der Bewegung integriert wird.

 

3) Du erschaffst Deine eigene Realität.

 

Immer wieder tauchen Fragen oder Gedanken auf, die Mal gestellt werden, Mal nur im Hinterkopf verweilen. "Aber was, wenn ich hier loslasse?" "Da kann man doch einfach treten!" "Ich muss doch gar nicht rollen." Wenn Du Dich zurück erinnerst, warum Du mit Aïkido angefangen hast, ist die Chance allerdings relativ hoch, dass es etwas mit der friedfertigen Herangehensweise dieser anmutigen Kampfkunst zu tun hatte. Willst Du wirklich lernen, wie man jemandem ins Gesicht schlägt? Oder ging es da nicht um etwas anderes? Die meisten Techniken im Aikido sind ohnehin nicht dazu gedacht, zu "funktionieren". Sie sollen ein Bewegungsprinzip lehren und deinen Körper schulen. Das ist die Realität, mit der du dich beschäftigst. Die Frage lautet, wie du deinen Körper entspannt und effizient in einer Stresssituation mit einem Angreifer bewegen kannst. Nicht wie du deinem Gegner die Nase blutig hauen kannst. Wenn ich darum jemanden auf der Matte sagen höre "In echt würde ich hier keinen Hebel machen, sondern meinen Gegner atemisieren." - dann ist das eine Entscheidung zu einem bestimmten "in echt". Aikido sucht eine andere Realität. Und diese Realität erschaffst du selbst mit der Entscheidung, den Fokus auf das Meistern der Bewegung zu legen, statt auf die Funktionalität im Straßenkampf. Der Shiho Nage, den du gerade übst ist genau so sehr Realität wie jeder andere Moment deines Lebens. Steh zu dem, was du übst. Echt jetzt.